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Juni 9, 2021
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Die Ruhe vor dem Sturm – Umdenken. Der Klimawandel schreitet voran. Viele Unternehmen sind dennoch nicht ausreichend vorbereitet

„Zunahme von Wetterextremen durch den Klimawandel“, „Hochwasser und kein Ende in Sicht“,„1.000 Hitzetote pro Jahr in Österreich“: Schlagzeilen wie diese sind in den Medien omnipräsent. Bei einer 2018 durchgeführten Umfrage des Weltwirtschaftsforums nannten Entscheidungsträger „extreme Wetterereignisse“, „Scheiternder Klimawandelanpassung“ und „Naturkatastrophen“ als jene Risiken mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit und der höchsten Auswirkung auf die globale Risikolandschaft. „Eine noch nie da gewesene Sensibilisierung der Gesellschaft für die Endlichkeit unserer Ressourcen sowie die Verletzlichkeit des Ökosystems, wie wir es kennen, nimmt derzeit Platz“, sagt Markus Holub, Lektor an der Universität für Bodenkultur am Institut für Alpine Naturgefahren. Er ergänzt: „Es ist jedoch nicht ausreichend, dass ausschließlich die öffentliche Hand Strategien zur Klimawandelanpassung entwickelt, viel mehrmüssen private Haushalte, Gewerbe und Industrie Risikomanagement in Eigenregie betreiben, um auf sich ändernde Rahmenbedingungen vorbereitet zu sein.

Integrales Risikomanagement
Die Eigenvorsorge ist hierbei –neben der Flächenvorsorge (Freihalten von gefährdeten Flächen von Bebauung/Nutzung) und der Verhaltensvorsorge (Verhalten vor, während und nacheiner Katastrophe) –als Teil eines integralen Risikomanagements zu sehen. „Dabei sollte die Eigenvorsorge zunächst durch technische und bauliche Präventionsmaßnahmen (Bauvorsorge), wie z. B. konstruktiven Gebäudeschutz, erfolgen. Ergänzend kann auch ein Risikotransfer erfolgen, also die Übertragung monetärer Folgen aus Naturgefahrenschäden auf Dritte (Elementarschadenversicherung)“, sagt Holub. Jedenfalls sollte Prävention oder Eigenvorsorge stets dynamisch betrieben und –unter Berücksichtigung aller potenziell möglichen Naturgefahren („multi-hazard“) und aller daraus resultierender Risiken („multi-risk“) – laufend evaluiert und gegebenenfalls den aktuellen Erfordernissen angepasst werden. „Die Planung von Präventionsmaßnahmen hat dabei ganzheitlich für den gesamten Gefährdungsbereich und nicht nur für das Einzelobjekt zu erfolgen.“

Eine Entwicklung, die im Rahmen eines integralen Risikomanagements immer mehr Aufmerksamkeit erfordert, ist die zunehmende Verletzlichkeit oder auch Vulnerabilität von technischen Anlagen, in denen mit gefährlichen Stoffen gehandhabt wird. Sind derartige Industrieanlagen von Naturgefahren betroffen, so kann es im Ereignisfall neben weitreichenden direkten Schäden an den Anlagen selbst auch zur Freisetzung brennbarer, explosionsgefährlicher oder giftiger Stoffe in die Umwelt kommen. Erdbeben, Hochwasser, Blitzschlag sowie Sturm sind jene Naturgefahren mit besonderem Schadenpotenzial. „Natech“-Risiken sollte daher im Risikomanagement, in der Notfallplanung, im Katastrophenmanagement, in der Anpassung an den Klimawandel und in der Risikokommunikation künftig verstärkt Augenmerk geschenkt werden“, sagt Holub abschließend.

Servicetipp
Bei privaten Haushalten sowie im Gewerbebereich ist diese Entwicklung noch nicht im gleichen Maße wahrnehmbar wie in der Industrie. Betroffene Haushalte und Unternehmer sollten sich dennoch künftig mit der Prävention von Naturgefahren intensiv auseinanderzusetzen. Lassen jüngste Studien doch befürchten, dass wir uns bezüglich dem Eintreten und der Auswirkungen von Naturgefahren derzeit eher noch in einer Phase der Ruhe vor dem Sturm befinden.